Europäischer Vergleich: Ablehnung einer ESC-Teilnahme Israels höher als Befürwortung

Europäischer Vergleich: Ablehnung einer ESC-Teilnahme Israels höher als Befürwortung

Anne-Kathrin Sonnenberg - 7. Mai 2024

Eine aktuelle YouGov-Umfrage in Europa zum Eurovision Song Contest

Am kommenden Samstag nach Himmelfahrt, dem 11. Mai 2024, findet erneut das Finale des Eurovision Song Contests statt, dieses Mal im schwedischen Malmö. Unter dem Motto "United By Music" singen 37 Acts um die Trophäe.

An der Teilnahme Israels gibt es in diesem Jahr viel Kritik. Die Befragten aus acht untersuchten europäischen Ländern sind häufiger für den Ausschluss des Landes als für die Teilnahme: Am vehementesten sprechen sich Briten gegen die Teilnahme Israels aus – 59 Prozent der Befragten im Vereinigten Königreich sagen, dass Israel nicht teilnehmen dürfen sollte. 23 Prozent sagen hingegen, das Land sollte teilnehmen dürfen. In Spanien sagen 56 Prozent, dass Israel nicht teilnehmen dürfen sollte, in Schweden und Dänemark sind es jeweils 53 Prozent, die diese Meinung vertreten.

In Deutschland zeichnet sich ein weniger eindeutiges Bild. Hierzulande sind 40 Prozent der Meinung, dass Israel nicht am ESC teilnehmen dürfen sollte (vs. 37 Prozent, die sagen, Israel sollte teilnehmen dürfen). Unter allen acht befragten europäischen Ländern ist der Ablehnungswert in Deutschland der geringste.

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Dies zeigt eine internationale mit YouGov Surveys durchgeführte Umfrage in den acht europäischen Ländern Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Dänemark sowie im Vereinigten Königreich.

Israels Vorgehen in Gaza am ehesten für Schweden und Spanier Gründe für Ablehnung

Bei der Frage, aus welchem Grund die Befragten eine ESC-Teilnahme Israels ablehnen, sagen in Deutschland 68 Prozent, dass Israel geografisch nicht zu Europa gehöre und deswegen nicht teilnehmen dürfen sollte. 38 Prozent nennen hingegen das Vorgehen Israels in Gaza als Grund für die Ablehnung. Auch bei dieser Meinung sind die Deutschen im europäischen Vergleich am zurückhaltendsten: In Schweden nennen 65 Prozent das Vorgehen in Gaza als Grund für die Ablehnung, in Spanien sind es 60 Prozent, in Dänemark und Italien jeweils 47 Prozent.

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Ein Ausschluss Israels wurde seitens der Europäischen Rundfunkunion (EBU) nicht umgesetzt, mit der Begründung, dass der ESC eine unpolitische Musikveranstaltung sei. Spanier sind jedoch häufig der Meinung (41 Prozent), dass das spanische Publikum ausschließlich nach politischen Gesichtspunkten beim ESC abstimmt. In Deutschland sagen dies 11 Prozent über das Publikum hierzulande.

Dass die Deutschen sowohl zum Teil nach politischen Gesichtspunkten abstimmen als auch zum Teil nach den Leistungen der Künstler, sagt jeder dritte deutsche Befragte (33 Prozent), der den ESC schon einmal gesehen hat. Insgesamt sagen dies Dänen am häufigsten (47 Prozent).

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Russlands Teilnahme am Eurovision Song Contest mehrheitlich abgelehnt

Seit dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine im Februar 2022 ist Russland vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen. In Deutschland ist die Mehrheit der ESC-Kenner (57 Prozent) ebenfalls der Meinung, dass Russland nicht teilnehmen dürfen sollte. Im europäischen Vergleich sprechen sich die Schweden hierfür am deutlichsten aus: Drei Viertel der schwedischen ESC-Kenner (75 Prozent) sind der Ansicht, dass Russland nicht teilnehmen dürfen sollte. In Dänemark sagen dies 74 Prozent, im Vereinigten Königreich 70 Prozent der befragten ESC-Kenner.

Dies sind Umfrage-Ergebnisse der internationalen Data & Analytics Group YouGov, für die 2.196 Personen in Deutschland, 2.088 Personen im Vereinigten Königreich, 1.310 Personen in der Schweiz, 1.071 Personen in Frankreich, 1.018 Personen in Dänemark, 1.007 Personen in Schweden, 1.057 Personen in Spanien und 1.035 Personen in Italien zwischen dem 5. und 23. April 2024 auf Basis von YouGov Surveys befragt wurden. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die jeweiligen Bevölkerungen ab 18 Jahren.

Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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